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Hepatologie 15.01.2018 Sicherheitsbeurteilung Leberzirrhosemedikamente
Kardiologie 08.01.2018 Blutdruck-Guidelines
Gastroenterologie 04.12.2017 S2k Guideline Gastrointestinale Blutung
Kardiologie 27.11.2017 Guidelines Bluthochdruck

Diagnose und Therapie des Vorhofflimmerns

Autor:
PD Dr. med. Jan Steffel Leitender Arzt, UniversitätsSpital Zürich
Autor:
Prof. Dr. med. Peter Ammann Leitender Arzt / Leiter Rhythmologie, Kantonsspital St.Gallen

 

Quick Guide


1. Definition

  • Herzrhythmusstörung durch fokale Aktivität und Mikro-Reentries im Vorhof (zumeist ausgehen von den Pulmonalvenen) mit extrem hoher Vorhoffrequenzen (>350/min)
  • Folge:
    1. Stillstand der Vorhofmuskulatur
    2. Absolute Arrhythmie (da der AV-Knoten die hohen Vorhoffrequenzen nur unregelmässig auf den Ventrikel überleitet)

 

2. Epidemiologie

  • Häufigste atriale tachykarde Rhythmusstörung
  • Prävalenz und Inzidenz im Alter zunehmend

 

3. Ätiologie

  • VHF kann bei herzgesunden Patienten auftreten (lone atrial fibrillation)
  • Häufiger: im Zusammenhang mit struktureller Herzerkrankung (z. B. arterielle Hypertonie, Mitralvitien, Herzinsuffizienz, KHK  etc.)
  • Exogene Ursachen (z.B. Lungenembolie, Hyperthyreose, Z.n. herzchirurgischem Eingriff)
  • Alkoholkonsum (sog. „Holiday-Heart-Syndrom“) – insbesondere bei prädisponierten Individuen
  • Hereditäre Ursachen

 

4. Pathophysiologie

  • Zusammenspiel von Trigger (= Auslösers) und Substrat
  • Typische Trigger: Atriale Extrasystolen, ektope Foci in den Pulmonalvenen
  • Substrat: strukturell veränderte Vorhofarealen (z.B. Fibrose / Narbe bei lange bestehendem Hypertonus)
  • Auch Vorhofflimmern selber fördert strukturelles Remodeling mit Fibrosebildung („Atrial fibrillation begets atrial fibrillation“)
  • Anatomisches, elektrisches, und funktionelles Remodelings laufen parallel ab
  • Einteilung in vier Formen, die ineinander übergehen (können):
    • Paroxsymales VHF (anfallsweise)
    • Persistierendes VHF (<7 Tage)
    • lang anhaltend persistierendes VHF
    • permanentes VHF (= von Pat. und Arzt akzeptiert)

 

5. Klinik

  • Häufig asymptomatisch! Insbesondere bei guter Frequenzkontrolle
  • Häufigste Symptome: Palpitationen, Leistungsintoleranz
  • Seltener: Dyspnoe, Schwindel; Brustschmerzen (Pulsbeschleunigung auf Kosten der Diastole
  • Blutversorgung des Myokards nimmt ab)

 

6. Diagnostik

  • Pulsdefizit (Auskultatorische Herzfrequenz > palpatorische Herzfrequenz)
  • EKG: absolute Arrhythmie, Flimmerwellen, keine P-Welle
  • Diagnostik einer möglicherweise zugrundeliegenden Erkrankung (s.o.)

 

7. Therapie


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8. Prognose

  • Primär abhängig vom Vorhandensein oder Fehlen struktureller Herzerkrankungen
  • „Idiopathisches“ Vorhofflimmern: Ebenfalls mit einer schlechteren Prognose assoziiert, jedoch weniger als bei gleichzeitiger struktureller Herzkrankheit

 

9. Anhang: Vorhofflattern


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10. Referenzen

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